Das alte Neue
UnNatur (Pt. 34)
Gestorben ist man erst, wenn die Toten ihre Toten begraben. Auferstanden wird man erst sein, wenn der jüngste Tag folgt. Diejenige, die ihren verschiedenen Leib unter der Erde bestatten ließen und ihn seiner Verwesung hingaben, haben eine günstige Voraussetzung geschaffen zu den Tagen, an denen die Erde aufgefaltet wird. Alle anderen toten Körper und Überreste derer, eingemauert in Gruften oder kremiert und eingebettet in einer Urne (in einem Urnengrab), werden der Sache mit der Auferstehung und dem Gericht auch nicht aus dem Weg gegangen sein. Niemand stirbt ganz umsonst, selbst diejenigen, die aus dem Leben gerissen wurden, gerade solche, die für ihr Ableben keine Verantwortung trugen. Menschen können Menschen ermorden, aber nicht die Existenz eines Individuums vernichten. Das (gewaltsame) Umbringen ist eine sinnlose Methode, jemandes Existenz aus der Welt zu schaffen. Suizide führen gleichsam nicht ins Jenseits, es sind lediglich Versuche, sich von dem Unvermeidlichen hinfort zu schleichen. Nichts ist unauslöschlich.
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