Ganzheit
UnNatur (Pt. 35)
Die geistige Welt rückt allmählich näher. Die Zeit der Dunkelheit steht unmittelbar bevor. Sie löst die Periode der Helligkeit ab. Von Nacht zu Nacht. Behutsam und bedächtig. Spätestens wenn der Mond in seiner vollen Pracht am Himmelszelt erscheint, wird es soweit sein. Mit jedem neuen Tag der bevorstehenden kalten Wochen (oder gar Monaten) wächst die Sehnsucht nach Verbundenheit, ein Rausch der Gefühle, der von Ungeteiltheit träumt. Während oberirdische Triebe absterben, herrscht üppiges Treiben in den frostfreien Winterquartieren. Resistente Pflanzen überleben völlig unabhängig diese triste Phase. Menschen suchen währenddessen ihr kleines Eiland des Friedens. Ruhe kehrt im Freien ein und Trubel zieht im Inneren der Behausungen seine wilden Kreise. Ein Feuerwerk unterschiedlichster intimer Gefühle tut sich auf. Keine Chancen – und doch so viele, die es gilt im Moment auszukosten, anstelle sie blindlings abzufackeln.
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Das alte Neue
UnNatur (Pt. 34)
Gestorben ist man erst, wenn die Toten ihre Toten begraben. Auferstanden wird man erst sein, wenn der jüngste Tag folgt. Diejenige, die ihren verschiedenen Leib unter der Erde bestatten ließen und ihn seiner Verwesung hingaben, haben eine günstige Voraussetzung geschaffen zu den Tagen, an denen die Erde aufgefaltet wird. Alle anderen toten Körper und Überreste derer, eingemauert in Gruften oder kremiert und eingebettet in einer Urne (in einem Urnengrab), werden der Sache mit der Auferstehung und dem Gericht auch nicht aus dem Weg gegangen sein. Niemand stirbt ganz umsonst, selbst diejenigen, die aus dem Leben gerissen wurden, gerade solche, die für ihr Ableben keine Verantwortung trugen. Menschen können Menschen ermorden, aber nicht die Existenz eines Individuums vernichten. Das (gewaltsame) Umbringen ist eine sinnlose Methode, jemandes Existenz aus der Welt zu schaffen. Suizide führen gleichsam nicht ins Jenseits, es sind lediglich Versuche, sich von dem Unvermeidlichen hinfort zu schleichen. Nichts ist unauslöschlich.
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Freiheit³
UnNatur (Pt. 33)
Viele können mit Freiheiten nicht umgehen, eine Erkenntnis, dir mir das Leben in den letzten Jahrzehnten "schenkte" [Anm.: kein gelungener Anfang (+ es wird noch schlimmer)]. Wer sie nutzt, kann auf der geschlängelten Gewinnerstraße für eine Weile entlang fahren, sollte sich aber bewusst sein, was die nächste Kurve darbietet, was man in aller Regel nicht weiß. Mit einfacheren Worten: Das Nutzen der Freiheit ist die wahre Freiheit auf Zeit; oder noch knapper formuliert – die "Ware Freiheit". Nehmen wir die "Ware Freiheit" mal her, also im Sinne eines Handelsgutes - einer Sache die man sich erspielen oder erkaufen kann -, so sollte schnell klar werden, dass man nur dann die "Ware" durch eine "wahre" Freiheit auszutauschen vermag, wenn man sie - im gegenwärtigen Besitz - nicht ausspielt beziehungsweise verspielt; oder aber: man sie, die Freiheit, nicht aus-/benutzt.
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Gedanken zum Heilschlafen
UnNatur (Pt. 32)
An einem Sonnabend im Mai nahm ich mir vor gar nichts zu machen. Und es funktionierte wunderbar. Ich bin erst um halb zwölf aufgestanden und hatte damit ganz viele Sonnenstunden verpasst. Später machte ich noch einen kleinen Nachmittagsschlaf, um weitere Stunden der Helligkeit an mir vorüberziehen zu lassen. Es ist äußerst wohltuend, wenn man vor dem Einbruch der Dunkelheit Kraft schöpft, um in den Abend- und Nachtstunden frisch und ausgeruht zu sein. Ein klarer Kopf braucht inneren Frieden.
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Gedanken zum Glücklichsein
UnNatur (Pt. 31)
"Ihre* Wege sind Wege der Freude, all ihre* Pfade führen zum Glück."
Jeder hat das Bestreben glücklich zu sein. Mit sieben Wörtern beginnt auch die Bereschit-Rolle. Die gängige Übersetzung sollte Jedem bekannt sein: [7] Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde [im Hebräischen sind es ebenfalls sieben (7) Wörter: BeReschit Bara Elohim et HaSchamajim WeEt HaArez]; Im Deutschen kommt hernach meist ein Strichpunkt; ein Abschnitt mit sieben weiteren Wörtern folgt: [7] die Erde war aber wüst und wirr [Hebräern genügten vier (4) Worte: Wehaarets hajta tohu wavohu]. Ein Komma folgt + fünf Wörtern: [5] Finsternis lag über der Urflut [Hebräisch erneut vier (4) Wörter: wechoschäch al pne tehom], dann abermals ein Komma und sieben Wörter: [7] und Gottes Geist schwebte über dem Wasser [das Hebräische benötigt dafür sechs (6) Wörter: weruach Elohim merachäfät al pne hamajim].
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Gedanken zu Tintlingen
UnNatur (Pt. 30)
Beides ist scheiße. Und ich meine die Begriffe - explizit: Tintling und Reinhäuter; von ersterem habe ich vorher noch nie was gehört, also ehe ich diese Zeilen schrieb. "Reinhäuter" waren mir in der Schreibweise ebenfalls kein Begriff. Ich nannte mich selbst stets "Reinhäut'ler" (wahlweise ohne Deppenapostroph), weil jemand, der eine reine Haut hat, entweder ein Reinhautling oder ein Reinhauter ist - beides mit "a" statt "ä", da man (als Mensch) nur eine (reine) Haut haben kann hat. Ein "ä" statt ein "a" geht nur mit dem Begriff "Reinhäut'ler". Wer das nicht glaubt, der schluckt bitte keine Pille - ob davor oder danach -, sondern folgt meiner einfachen Ansichtsbekundung, die folgenden Hauptsatz hat: Wenn schon ein Wortmorphem, dann eines mit nachgestellten Wortbildungselement ["-ler", dt. Gr.: Suffix].
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Gedanken zum Querdenken
UnNatur (Pt. 29)
Das Antonym von Querdenker ist Querulant. Das war die positive Nachricht. Die Synonyme erschrecken nämlich, sofern man die Google-Suche benutzt - Beispiele ohne "Quer" und "Denker" im Begriff: Sonderling, Rebell, Dissident, Widerständler, Abweichler, Opponent, Außenstehender, Protestierender, Gegner, Neinsager, Dickschädel, Trotzkopf, Dickkopf, Kaprizenschädel, Nonkonformist. Zusammenfassend sollte anhand dieser erschlagenden, höchst-negativ konnotierten Wort-Alternativen das Querdenken vermieden werden, wenn nicht sogar strengstens untersagt.
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Gedanken an das Marterla³
U n b e d i n g t vorher lesen: "Gedanken an das Marterla"
Vielleicht eine interessante Vorablektüre: "Gedanken an die Wurzel"
Vielleicht eine interessante Vorablektüre: "Gedanken an die Wurzel"
Möglicherweise eine Fortsetzung von: "Gedanken an die Linde(n)"
Angesäuertes mit schönen Bildern: "Gedanken an das M., die L&W"
Angesäuertes mit schönen Bildern: "Gedanken an das M., die L&W"
1. April 2020 Anno orbis Redemptoris. Dies wird K E I N Aprilscherz. Das Datum ist rein zufällig. Zwischen Text und Bilder liegen 5 Sonnenuntergänge und auch 5 Sonnenaufgänge. Der 1. April 2020 fällt auf den gleichen Tag wie der 1. April 2015. Mit anderen Worten, die Bilder entstanden - frei nach Luther - am Rüsttag ["Vorsabbat"], in Sinne dessen gemeint: am Vortag des Sabbats.
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Gedanken an die Wasserrute
UnNatur (Pt. 27)
Heute auf den kalendarischen Tag (nicht Wochentag) jährt sich zum neunten Mal ein Ereignis. Und obgleich ich schon mal beiläufig auf meinen "B-Blog" darüber schrieb redete, steht und fällt mein Entschluss dahingehend (abermalig) meine Gedanken - oder vielmehr: Erinnerungen - in jene Zeit schweifen zu lassen unausweichlich fest. Leider habe ich es mir heute so in den Kopf gesetzt, und daher komme ich auch nicht umher, mir das jetzt auszureden. Es gibt nur eine Hoffnung, die mich trägt, und dessen Frage im Raum steht, und die da lautet: Wird es mir gelingen es lesenswert zu gestalten? Nicht für mich, sondern für eben diejenigen, die darauf stoßen, vor allem solche, die mich und alle Protagonisten nicht kennen. Die Antwort kenne ich jetzt schon, und da bin ich skeptisch wie realistisch gegenüber meiner Selbst, pessimistisch allemal, denn ich wage dies nicht nur stark anzuzweifeln; ich gehe einen Schritt weiter und erkläre wenig feierlich: Es würde mich überaus freudetaumelnd überraschen, wenn dieser Eintrag einen zeitlosen Mehrwert projizierte. Ungemein triumphaler wäre mein Frohmut, wenn die nachfolgenden Zeilen am Ende zu mehr taugen würden als ein Echo eines simplen Textscans, was ja bekanntlich nicht gerade viel abverlangt, außer der Eigenschulung, um dergleichen in den täglichen Alltag erfolgreich einbauen zu können. Welch ein lohnenswertes Bestreben...
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Gedanken an das M., die L&W
U n b e d i n g t vorher lesen: "Gedanken an das Marterla"
Vielleicht eine interessante Vorablektüre: "Gedanken an die Wurzel"
Vielleicht eine interessante Vorablektüre: "Gedanken an die Wurzel"
Möglicherweise eine Fortsetzung von: "Gedanken an die Linde(n)"
Das neue Glücksrad ERNSTL heißt GADMLW, buchstabengewürfelt: GLADWM bspw.
Wessen Geist sich vorher keine 11 Minuten Lesezeit für die vorherigen, oben verlinkten, Blogposts widmen will oder kann, der sollte jetzt gut aufpassen, denn: Eine literarisch weniger anspruchsvolle Zusammenfassung der drei Vorgänger erfolgt mit und im nächsten Absatz. Allen (anderen) Lesenerds wünsche ich derweil eine schöne Zeit in/mit der "Spring-Link-Flut".
Wessen Geist sich vorher keine 11 Minuten Lesezeit für die vorherigen, oben verlinkten, Blogposts widmen will oder kann, der sollte jetzt gut aufpassen, denn: Eine literarisch weniger anspruchsvolle Zusammenfassung der drei Vorgänger erfolgt mit und im nächsten Absatz. Allen (anderen) Lesenerds wünsche ich derweil eine schöne Zeit in/mit der "Spring-Link-Flut".
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Der Feiertagstraumzeittourist
UnNatur (Pt. 25)
Die Zeit - das letzte Unbekannte. Dies sind die Abenteuer eines Stundenreisenden, der mit Kopfbedeckung und Augenschutz kurz und ungebunden unterwegs ist, um alte Lebensräume zu erforschen, ferne Zivilisationen und kaum bekannte Kulturen zu erforschen. Er, der Feiertagstraumzeittourist, dringt dabei in Epochen vor, die Menschen seiner Generation nie zuvor gesehen hatten.
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Gedanken an das Marterla
UnNatur (Pt. 24)
Vielleicht eine interessante Vorablektüre: "Gedanken an die Wurzel"
Möglicherweise eine Fortsetzung von: "Gedanken an die Linde(n)"
Unter "Marterla" - gesprochen "Madala" - versteht man im oberfränkischen Raum einen Bildstock, also ein Denkmal das zumeist aus Stein oder Holz irgendwo in der Gegend herumsteht und dort auch eine tiefere Bedeutung hat, sei es der Gedenken wegen oder aus anderen Votivgründen.
Im weitesten Sinne geht es hier nach wie vor um Gedanken zu Formen der Entwurzelung. Es ist dabei nicht meine Intention kleingeistig zu werden, aber es ist ein guter Stichpunkt zum Anfang.
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Gedanken an die Linde(n)
UnNatur (Pt. 23)
Vielleicht eine interessante Vorablektüre: "Gedanken an die Wurzel".
Kurze Prolog: Der Titel ist irreführend. In memoriam, "Zum Gedenken an...", wäre ein geneigterer Vorlauf gewesen. Ich entschied mich jedoch dagegen und blieb bei "Gedanken an...". Lapsus calami hin oder her - dieser Eintrag erhält wohl einen Fauxpas nach dem anderen.
An dem Ort meiner Kindheit und Jugend, bis zur gänzlichen Adoleszenz meines Selbst, gab es seit ich mich erinnern kann zwei Dorflinden. Sie standen am südlichen Eingang der Marktgemeinde. In ihrer Nähe wurde eine Bank und zwischen den Bäumen eine Mariensäule mit folgender Inschrift gesetzt:
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Gedanken an die Wurzel
UnNatur (Pt. 22)
Ich habe wegen der Nachwirkungen durch die Wurzeltötung heute kaum geschlafen und muss mich ausruhen beziehungsweise die Zivilisation meiden. Große Aktivitäten, wie zum Beispiel eine Hafenfahrt an einem "belebten" Samstag bei guter Witterung, sind mir da eindeutig zu stressig. Und Stress kann ich mir nicht leisten, sonst wird diese Nacht noch unerträglicher als die vorherige mit all dem Schmerz, denn ich dadurch verdient habe.
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Wie Mensch die Zeit abschafft (Nachschlag)
UnNatur (Pt. 19e)
Diese Prosareihe war schön! Und offenbar war sie zeitlos, denn sie wird auch noch heute, nach fast einem Jahr, gelesen - in jedem Fall aber, wenn ich mich darauf beziehe, also jemand darauf aufmerksam mache. In einer kürzlich geführten Korrespondenz tat ich dies. Nach Rücksprache habe ich mich dazu entschieden sie, die Korrespondenz, nachfolgend öffentlich zu stellen - der Nachhaltigkeit wegen.
Gesellschaftliche Fiktionen
UnNatur (Pt. 21)
Tinhamos acabado de jantar. Wir hatten (gerade) das Abendessen beendet. So fing sein Werk damals an. Damals war vor fast 96 Jahren, zeitloser gesagt war es der 01. Mai 1922. An diesem Datum erschien in Lissabon erstmals die (Rezensions-)Zeitschrift "Contemporânea" (con = mit, temporanea = vorrübergehend, schlicht übersetzt ins Deutsche = zeitgenössisch). Die oftmals ausschließlich als Satire* verstandene Erzählung O Banqueiro Anarchista umfasste 17 Seiten der 50-seitigen ersten Auflage. Unter dem Titel "Ein anarchistischer Bankier" erschien 64 Jahre später ein Buch im Quartformat [Wagenbach'sche Quarthefte] mit 71 Seiten (kein Zahlendreher!). Heute kennen viele Menschen auch hierzulande Autor und seine Schriften. Da dieses Blog keine Buchrezensionsplattform darstellt, begnüge ich mich jedoch mit dieser kurzen Randerwähnung zu Fernando Pessoa. Überdies habe ich das Buch auch nicht gerade gestern gelesen, und im Prinzip geht es auch gar nicht darum.
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Wischer oder Drücker?
UnNatur (Pt. 20)
Ist es verfänglich, wenn man behauptet, dass diese Welt der Technokratie keinen Mehrwert auf Zeit hat? Sie erschütterte die Menschheit vor allem in den letzten 30 Jahren zunehmend, dass man nahezu gewillt ist nicht mehr zuzusehen. Wegsehen könnte man, es tun indes die wenigsten unserer Gattung. Wir sehen lieber woanders weg (oder nicht hin) und vergessen den geologischen Blickwinkel. Denn egal wie das Anthropozän ausgeht, es wird vergehen und nur leicht nachwirken - ohne großen Wert, nachhaltlos sozusagen. Das ist so einfach und klar wie das Wegwischen von Bildinhalten auf Technokratieapparaten. Letztendlich verschwindet mit dem Ende der Menschheit auch die Welt der heutigen Wischer, ohne das es Jemanden in einer Zukunft interessieren würde, war doch ihre selbst-erwählte Existenz schon im überwiegenden Maße vergänglicher Natur und trotzdem ein Teil davon. Die Erde verliert nichts, nur unsere dominierende Spezies auf Zeit, sind wir doch alle Teil dieser, die Verhältnisse rapide verändern. Man mag fast denken wir stünden unter Zeitdruck. Aus dieser Betrachtung erhält das Wort "Weltmeister" eine ganz andere Dimensionsebene.
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Wie Mensch die Zeit abschafft (Teil 4)
UnNatur (Pt. 19d)
Diese Prosareihe ist schön! Man kann sie irgendwo anlesen, sie anfangen zu lesen, am Anfang, in der Mitte oder am Ende jeden Teils. Und man kann immer wieder aufhören oder nicht. Niemand braucht den breiigen Teig vorher zu lesen, weil in jedem Breiteigabschnitt Inhalt steckt, der schmeckt, auch ohne Geschmack, möglicherweise sofort, noch ehe man ihn auf die Zunge zwecks Verkostung legt, also bereits beim Geruch oder beim Anblick. Manche mögen Brei auch nur hören, bei einigen Menschen löst die reine Vorstellung eines unvollendeten Teig-Nicht-Geschöpfes irgendetwas aus - nennen wir es Gefühl -, vielleicht die Schüssel in der das Ding liegt, vielleicht der Quirl, der ihn rührte und der noch in der Schüssel steckt oder nebendran liegt, noch voll beschmiert auf einen Holztisch einer kleinen Pentry-Küche z. B., je nachdem was man für ein Bild fühlend sehen will und kann.
Wie Mensch die Zeit abschafft (Teil 3)
UnNatur (Pt. 19c)
Die Normalzeit forderte just wieder meinen Tribut, schien doch die Sonne schon längst, als ich mich am Morgen mit den Hunden auf den Weg machte. Die (vor-)österliche Woche wird mich jedoch aus dem Pulk der in Lohn und Brot stehenden Bevölkerungsgruppe werfen, nennen sich doch diese Tage, die mir bevorstehen, so herzergreifend im deutschen Sprachgebrauch umgänglich und nicht umgangssprachlich "Urlaub". Folglich könnte das hier eine Art "Urlaubsprosa" (in der dritten Erscheinung) werden, ich bleibe dennoch bei der Umschreibung "Bemühung" oder "Feldversuch" haften, bin ich doch für so eine Art von (Be-)Schreibung nicht tauglich.
Wie Mensch die Zeit abschafft (Teil 2)
UnNatur (Pt. 19b)
(zum Teil 1)
Das Bild trügt womöglich, zeigt es doch einen Hund vor der untergehenden Sonne. Mein erster Feldversuch Prosa reduziert und komprimiert auf Bloggerzwecke zu verdingen war indes bei der Beschreibung meiner täglichen Sonnenaufgangserlebnismomente in den Monaten der Normalzeit [Nov.-Mrz.] unvollendet. Noch während ich diese Zeilen schreibe überlege ich, ob ich sie denn nicht auch so lassen sollte. Gefühle zu beschreiben ist tatsächlich nur in dem Sinne möglich, will der Schreiber denn Erinnerungen im Leser schüren, die dieser gar nicht so hatte, wie sehr sie denn der Prosaist vergebens zum Ausdruck bringen wollte. Seichtes Herumgeschreibsel kann keinen blumigen Anspruch einer gefühlvollen Erzählung erheben, noch dem nachkommen. Emotionen beschreiben zu können ist mit Worten nicht möglich und nüchtern betrachtet ist die Prosa lediglich nur eben jenes und ausschließlich: nüchtern.














